Animiertes Herz in der Farbe Lila | Pflegedienst Spengel

Ambulante Beatmungspflege

Die ambulante, h√§usliche Beatmungspflege ist Teil der ambulanten Intensivpflege. Sie kommt infrage f√ľr Menschen, die stunden- bzw. phasenweise oder 24 Stunden am Tag mit Hilfe beatmet werden m√ľssen, aber nicht zwangsl√§ufig auf einen Klinikaufenthalt angewiesen sind.
Durchgef√ľhrt wird diese ambulante Beatmungspflege von speziell daf√ľr ausgebildeten Pflegedienst-Mitarbeitern, die hierf√ľr neben einer dreij√§hrigen Ausbildung in der Altenpflege, Krankenpflege oder als Pflegefachkraft eine besondere Fortbildung absolvieren. Diese Fortbildung zur Fachkraft f√ľr au√üerklinische Beatmung bef√§higt zur zuverl√§ssigen Beatmungspflege im gewohnten h√§uslichen Umfeld.

Welche Erkrankungen erfordern eine häusliche Beatmung?

Auf eine phasenweise oder dauerhafte verl√§ssliche externe Sauerstoffversorgung angewiesen sein k√∂nnen Menschen aufgrund von akuten und chronischen Erkrankungen oder nach schweren Unf√§llen. Zu den h√§ufigsten Indikationen f√ľr eine ambulante Beatmung z√§hlen folgende:

  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankungen)
  • Querschnittsl√§hmung
  • Lungenmuskelschw√§che
  • Tumore, insbesondere im Atmungstrakt
  • Sch√§del-Hirn-Trauma (beispielsweise nach schweren Unf√§llen)
  • Wachkoma
  • neurologische Erkrankungen: etwa ALS (amyotrophe Lateralsklerose) und MS (Multiple Sklerose)
  • Atembeschwerden durch starkes √úbergewicht
  • Ausgepr√§gte Skoliose (Verkr√ľmmung der Wirbels√§ule)
  • Schlaganfall
  • sowie¬†Geburtsfehler bei Neugeborenen

Die h√§usliche Beatmung stellt eine Alternative zur Beatmung in Kliniken dar und ist f√ľr Patienten mit einer h√∂heren Lebensqualit√§t verbunden, da sie sich trotz n√∂tiger Beatmungshilfe in ihrer gewohnten Umgebung aufhalten k√∂nnen. So soll ihnen ein m√∂glichst selbstbestimmtes Leben trotz Erkrankung erm√∂glicht werden.

Welche Beatmungsmethoden stehen f√ľr die h√§usliche ambulante Beatmung zur Verf√ľgung?

Bei der ambulanten Beatmungspflege kommen spezielle Beatmungsger√§te zum Einsatz, welche zum einen die Versorgung mit frischem Sauerstoff zuverl√§ssig gew√§hrleisten und zum anderen daf√ľr sorgen, dass im K√∂rper entstandenes Kohlenstoffdioxid entsorgt wird. Auf diese Weise erm√∂glichen sie ein physiologisches Gleichgewicht zwischen den Gasen im Organismus und verhindern Folgesch√§den durch einen Sauerstoffmangel oder einen CO2-√úberschuss.
Je nachdem, welche Grunderkrankung die externe Beatmung nötig macht, erfolgt diese entweder per invasive Beatmung, kurz IV, oder als nicht invasive Beatmung, kurz NIV.

Bei Patienten mit einer leicht ausgepr√§gten COPD, ALS oder MS im Anfangsstadium oder Atembeschwerden aufgrund von √úbergewicht ist die nicht invasive Beatmung die Behandlungsoption der Wahl. Hierbei wird eine Gesichtsmaske aufgelegt, welche Mund und Nase bedeckt und den Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zeitweise √ľbernimmt, beispielsweise in der Nacht w√§hrend des Schlafens.

Ist die Erkrankung bereits ausgepr√§gter oder eine zwischenzeitliche eigene Atmung nicht oder nur sehr schwer m√∂glich, stellt die invasive Beatmung eine sinnvolle und zielf√ľhrende Therapieoption f√ľr Betroffene dar.
Dies ist etwa bei schwereren Verläufen der COPD der Fall, aber auch bei Tumoren, welche die Atemwege verlegen, Störungen im Atmungszentrum des Gehirns (etwa bei Querschnittslähmung) oder ALS und MS im fortgeschritteneren Erkrankungsstadium.
Bei der invasiven Beatmung erfolgt ein Luftr√∂hrenausgang, ein sogenanntes Tracheostoma, mit einer Trachealkan√ľle, oder es wird ein Tubus durch die Luftr√∂hre gelegt. Durch diese k√ľnstlich erzeugten Ausg√§nge der Atemwege kann die Atemfunktion zuverl√§ssig unterst√ľtzt oder vollst√§ndig √ľbernommen werden.

Alle Pflegeleistungen, die mit der Atempflege einhergehen, √ľbernimmt unser h√§uslicher Pflegedienst sorgf√§ltig, hygienisch und mit Kompetenz. Dazu z√§hlen etwa das Absaugen des Sekrets aus der Lunge per Trachealkan√ľle, das Monitoring der Beatmungshilfen, den Wechsel der Trachealkan√ľle und gegebenenfalls notwendige Inhalationen. Nicht zuletzt hat der hygienische Umgang mit allen beteiligten Materialien und Ger√§ten obere Priorit√§t, um die Gesundheit der Betroffenen zu sch√ľtzen.
Selbstverständlich zählt auch das Notfallmanagement zu den Kernkompetenzen der häuslichen Beatmungspflege, sodass auf etwaige Komplikationen bei der Beatmung schnell und fachgerecht eingegangen wird.

Voraussetzungen f√ľr die ambulante Beatmungspflege

Sie fragen sich, ob Ihre Angehörigen Gebrauch von der ambulanten Beatmungspflege im eigenen häuslichen Umfeld machen können?
Hierbei spielen drei große Faktoren eine wichtige Rolle:

  • die Notwendigkeit einer Beatmung
  • die h√§usliche Umgebung und
  • der eigene Wunsch des Patienten

Die ambulante Beatmungspflege wird nur vorgenommen, wenn eine Grunderkrankung vorliegt, die diese aus ärztlicher Sicht nötig macht, und der Betroffene in einem gesundheitlich stabilen Zustand ist. Es muss ein Defizit vorliegen, das es dem Patienten nicht möglich macht, die Beschwerden selbst zu regulieren.
Das h√§usliche Umfeld muss zudem f√ľr die ambulante Pflege geeignet sein. Das bedeutet: Es muss ausreichend Platz und ein eigenes Zimmer f√ľr Beatmungsger√§te und ein Intensivpflege-Bett zur Verf√ľgung stehen. Wichtig ist auch, dass die R√§umlichkeiten behindertengerecht sind.
Schlussendlich sollte es auch der eigene Wunsch des Patienten sein, eine häusliche Beatmungspflege in Anspruch zu nehmen. In den allermeisten Fällen ist dies aber gegeben, da die ambulante Intensivpflege mit moderner, zuverlässiger Beatmungstechnik ein möglichst hochqualitatives Leben und die Aufrechterhaltung des gewohnten Alltags ermöglichen können, selbst wenn diese aufgrund von Erkrankungen erschwert sind.

Welche Probleme und Herausforderungen können bei der häuslichen Beatmung auftreten?

Je nachdem, welche Form der Beatmungstechnik angewandt wird, bestehen unterschiedliche Risiken und Nebenwirkungen.
Bei der invasiven Beatmung sind Reizungen und Druckgeschw√ľre an der Stelle m√∂glich, an der die Trachealkan√ľle das Gewebe durchdringt. Auch Lungenentz√ľndungen sind eine m√∂gliche Komplikation. Das Risiko f√ľr solche Komplikationen halten wir jedoch m√∂glichst gering, indem absolut sauber und gewissenhaft mit den Materialien gearbeitet wird. Bei kleinsten Anzeichen f√ľr Komplikationen, die mit geschultem Auge fr√ľhzeitig wahrgenommen werden, wird ein Arzt hinzugezogen.

Bei der nicht invasiven Beatmung, der NIV, kann es aufgrund der dem Gesicht aufliegenden Beatmungsmaske zu Entz√ľndungen der Augen, Druckstellen und Druckgeschw√ľren des Gesichts oder zu einem Bl√§hbauch kommen. Hier ist es besonders wichtig, dass die Maske absolut korrekt sitzt und regelm√§√üig einer Reinigung unterzogen wird. Auch solche Arbeiten k√∂nnen von Mitarbeitern des mobilen Pflegeteams √ľbernommen oder den Angeh√∂rigen der Patienten ausf√ľhrlich erkl√§rt werden.

Auf lange Sicht besteht das Ziel oft darin, eine Entw√∂hnung von der Beatmungshilfe zu erreichen und dem Patienten zu zeigen, wie er zumindest zeitweise eigenst√§ndig und ohne Hilfsmittel atmen kann. Daf√ľr ist eine Kooperation zwischen Angeh√∂rigen, mobiler Pflege, verschiedenen Fach√§rzten, Logop√§den usw. besonders sinnvoll.

Finanzierungsmethoden: Wer zahlt f√ľr die h√§usliche Beatmungspflege?

Dank dem sogenannten Pflege-Neuausrichtungsgesetz k√∂nnen kranke Menschen im h√§uslichen Umfeld bleiben, selbst wenn sie einer intensiven Versorgung bed√ľrfen. Gesetzlich geregelt ist, dass die Krankenkassen einen Gro√üteil der Kosten f√ľr eine solche Intensivpflege beisteuern. Dies ist sowohl bei nur stundenweiser Beatmung als auch bei st√§ndiger 24-Stunden-Beatmungspflege m√∂glich. Die Voraussetzung f√ľr die Kosten√ľbernahme ist, dass speziell hierf√ľr geschultes Pflegepersonal eingesetzt wird. Zudem muss der ambulante Pflegedienst einen Versorgungsvertrag mit der gesetzlichen Krankenkasse der Patienten abschlie√üen.

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