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Demenz – Definition, Demenzformen, Anzeichen, Behandlungsformen & mehr

Die demografische Entwicklung zeigt deutschlandweit f√ľr Frauen und M√§nner erfreulicherweise einen Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung an. Gleichzeitig steigt jedoch ebenfalls die Anzahl der Menschen, die krankheitsbedingt Hilfe ben√∂tigen. Derzeit leiden circa 1,5 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung, die zu den h√§ufigsten Alterserkrankungen z√§hlt.

Was ist Demenz?

Der Begriff Demenz umfasst den Abbau geistiger Leistungsfähigkeit und geistiger Funktionen. Dadurch werden zunehmend Kompetenzen reduziert, die zur Alltagsbewältigung erforderlich sind. International gilt als medizinische Beschreibung des Krankheitswesens: Demenz ist ein Syndrom einer chronischen fortschreitenden gehirnorganischen Erkrankung. Dabei treten typische Störungen des Denk-, Sprech- und Gedächtnisvermögens, der zeitlichen und räumlichen Orientierungsfähigkeit sowie der Urteils- und Verhaltensfähigkeit auf. Im fortgeschrittenen Zustand können erhebliche Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen sowie Antriebslosigkeit auftreten. Das Bewusstsein bleibt unbeeinträchtigt. Betroffen sind von einer Demenzerkrankung hauptsächlich ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr, davon anteilig mehr Frauen als Männer.

Welche Demenz-Arten gibt es?

Es gibt verschiedene Demenz-Formen. Die h√§ufigste Demenzerkrankung ist die Alzheimer-Demenz, von der etwa zwei Drittel der Menschen mit einer Demenzerkrankung betroffen sind. Neben anderen Erkrankungen und Mobilit√§tseinschr√§nkungen leiden an Alzheimer-Demenz zahlreiche Pflegebed√ľrftige. Hieraus erw√§chst eine immer gr√∂√üere Herausforderung f√ľr Angeh√∂rige als Pflegekr√§fte. Zu den weiteren Demenz-Arten z√§hlen:

Parkinson

Bei einer Parkinson-Erkrankung, auch Sch√ľttell√§hmung genannt, erkrankt das Bewegungszentrum des Gehirns. Im Mittelhirn sterben Nervenzellen ab, wodurch die Produktion des Botenstoffs Dopamin gest√∂rt wird. Die Krankheit verl√§uft schleichend. Neben der zunehmenden Einschr√§nkung der Bewegungsfreiheit erfolgt ein auff√§lliges Zittern an Beinen und Armen. Im fortgeschrittenen Verlauf wird au√üerdem die Haltungsstabilit√§t beeintr√§chtigt. Alle K√∂rperbewegungen verlaufen erheblich langsamer. Typisches Anzeichen f√ľr Parkinson sind ebenso die auff√§llig kleinen Schritte. Es entwickelt sich mit der Zeit ein schlurfender Gang mit nach vorne gebeugtem Oberk√∂rper. Deutschlandweit sind von der unheilbaren Erkrankung ungef√§hr 200.000 Menschen betroffen, vorwiegend M√§nner.

Vaskuläre Demenz

Bei dieser Demenz-Form ist das Hirngewebe aufgrund einer beeintr√§chtigten Blutversorgung gesch√§digt. Ausl√∂ser der geistigen Funktionsst√∂rungen sind h√§ufig gro√üe und kleine Schlaganf√§lle. Als Folgen einer vaskul√§ren Demenz k√∂nnen Aufmerksamkeitsprobleme, Denk- und Sprachschwierigkeiten sowie Gangst√∂rungen auftreten. Au√üerdem k√∂nnen Kontrollverluste der Blase und Pers√∂nlichkeitsver√§nderungen zu Problemen f√ľhren.

Frontotemporale Demenz (Morbus Pick)

Diese selten vorkommende Demenz-Form wird durch den Verlust von Nervenzellen in den Stirn- und Schl√§fenlappen des Gehirns hervorgerufen. Dadurch kommt es zu auff√§lligen Verhaltens- und Pers√∂nlichkeitsver√§nderungen. Symptome hierf√ľr sind:

‚ÄĘ H√§ufige Unkonzentriertheit

‚ÄĘ Unangemessene Sorglosigkeit

‚ÄĘ Unbedachte Handlungen

‚ÄĘ Vernachl√§ssigung von Pflichten

Lewy-Körperchen-Demenz

An Lewy-K√∂rperchen-Demenz erkranken etwa 5 Prozent der von einer Demenz betroffenen Menschen. Urs√§chlich hierf√ľr sind Eiwei√üablagerungen in den Nervenzellen der Hirnrinde. Sie beeintr√§chtigen verschiedene Gehirnfunktionen. Als Folge treten Ged√§chtnis- und Bewegungsst√∂rungen auf. Ebenso kann es zu Schwankungen der Wachheit und geistigen F√§higkeiten kommen.

Anzeichen und Verlauf einer Alzheimer-Demenz

Als besondere Demenz-Form ist die Alzheimer-Krankheit nach dem Neurologen Alois Alzheimer benannt. Spezielle Eiwei√üablagerungen in den Gehirnzellen verringern die notwendige Versorgung mit Sauerstoff und Energie. Die daraus resultierende Sch√§digung von Nervenzellenkontakten und Nervenzellen f√ľhren zu einem Hirnschrumpfungsprozess. Aufgrund der Beeintr√§chtigung des Botenstoffs Acetylcholin funktioniert die Informationsweitergabe durch das Gehirn immer unzureichender.

Die individuell sehr unterschiedlich verlaufende Krankheit erfordert in den sp√§teren Stadien zunehmende Unterst√ľtzung und Hilfe. Je nach Umfang der gest√∂rten Hirnleistungsf√§higkeit und dem Beschwerdebild entwickeln sich f√ľr den Betroffenen Probleme bei der Alltagsbew√§ltigung. Dadurch k√∂nnen Gefahrensituationen eintreten. Erste Anzeichen darauf, dass sich ein Erkrankter dementiell ver√§ndert hat, verst√§rken und vermehren sich in Laufe der Zeit. Dazu z√§hlen insbesondere:

‚ÄĘ St√∂rungen des Denk-, Urteils- und Erinnerungsverm√∂gensverm√∂gens erschweren die Alltagsbew√§ltigung und das zwischenmenschliche Verhalten. Telefonnummern, Termine und Namen geraten immer √∂fter in Vergessenheit. Verlegte Gegenst√§nde wie Brille, Haust√ľrschl√ľssel oder Geldb√∂rse werden nur noch zuf√§llig wiedergefunden. Die Durchf√ľhrung einfacher Rechenaufgaben bereitet Schwierigkeiten.

‚ÄĘ W√§hrend des Sprechens finden auff√§llige l√§ngere Pausen statt, weil dem Erkrankten offensichtlich die gesuchten W√∂rter nicht mehr einfallen.

‚ÄĘ In der n√§heren Umgebung werden vertraute Ziele nicht mehr gefunden. Umgekehrt gestaltet sich der kurze Weg nach Hause als Orientierungsproblem.

‚ÄĘ Immer h√§ufiger treten ungewohnte Stimmungsschwankungen auf. Dabei k√∂nnen sowohl depressive wie aggressive Verhaltensweisen vorkommen.

‚ÄĘ Teilnahmslosigkeit und Passivit√§t und nehmen zu.

‚ÄĘ Die Pers√∂nlichkeit des Erkrankten √§ndert sich.

Damit eine spezielle Pflege und Betreuung von demenzkranken Menschen m√∂glichst fr√ľhzeitig erfolgen kann, sollten erste Symptome aufmerksam beachtet werden. Die Abgrenzung einer beginnenden Alzheimer-Demenz zur normalen Altersvergesslichkeit ist in der ersten Krankheitsphase oftmals schwierig. Um eine eher nicht krankhafte Altersbeeintr√§chtigung k√∂nnte es sich in folgenden F√§llen handeln:

‚ÄĘ Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit sind selten und nur vor√ľbergehend

‚ÄĘ L√§ngeres Nachdenken erm√∂glicht die Erinnerung an Vergessenes oder verlegte Gegenst√§nde

‚ÄĘ Es treten neben kleineren Alltagsproblemen keine Pers√∂nlichkeitsver√§nderungen auf

‚ÄĘ Vorhandene soziale Kontakte bleiben weitgehend erhalten

Die Krankheit verläuft in drei Phasen

Durch die fortschreitende Erkrankung sterben bei den betroffenen Menschen immer mehr Nervenzellen im Gehirn ab. Sie werden dadurch zunehmend vergesslicher, orientierungsloser und verwirrter. Im Verlauf der Erkrankung tritt ein h√§ufiger, teilweise pl√∂tzlicher Wechsel des Verhaltens auf. Die Erkrankten werden dabei unruhig, √§ngstlich, aggressiv oder depressiv. Die nachlassende Sprach- und Urteilsf√§higkeit sowie die wachsende Teilnahmslosigkeit erschweren die zwischenmenschliche Kommunikation. Aufgrund von Pers√∂nlichkeitsver√§nderungen sind √Ąngste oder W√ľnsche des Betroffenen kaum noch einsch√§tzbar. Die Krankheitssymptome verschlimmern sich. Selbst nahestehende Personen werden nach l√§ngerer Krankheitsdauer nicht mehr erkannt. Je nach der Schwere der Erkrankung wird der Krankheitsverlauf in drei Phasen eingeteilt.

1. Leichtgradige Alzheimer-Demenz

In der ersten Zeit der Erkrankung bereitet das Kurzzeitged√§chtnis des Patienten Probleme. Es f√§llt ihm zunehmend schwerer, sich Gespr√§chsinhalte wie √ľblich zu merken. Nach abgelegten Gegenst√§nden muss h√§ufiger gesucht werden. Gespr√§che werden durch Wortfindungsst√∂rungen unterbrochen. Neben einer reduzierten Merkf√§higkeit erschweren erste ungewohnte Orientierungsschwierigkeiten den Alltag. Das Bewusstsein des Patienten bezogen auf diese Defizite irritiert und verwirrt ihn. Um Peinlichkeiten und unangenehme Fragen zu vermeiden, zieht sich der Erkrankte immer mehr zur√ľck. Erste Stimmungsschwankungen treten auf. Aggressives und depressives Verhalten wechseln sich ab. Der Betroffene ist noch urteilsf√§hig und erkennt die problematischen Ver√§nderungen.

2. Mittelschwere Alzheimer-Demenz

Der Umfang der verringerten Ged√§chtnis-, Denk- und Orientierungsf√§higkeit erfordert Unterst√ľtzung zur Alltagsbew√§ltigung. Eine selbstst√§ndige Lebensf√ľhrung ist aufgrund der Problemverst√§rkungen nicht mehr uneingeschr√§nkt m√∂glich. Selbst die Durchf√ľhrung der t√§glichen K√∂rperpflege bereitet zeitaufwendige Schwierigkeiten. Verst√§rkt Vergesslichkeit und der Verlust von F√§higkeiten wie die sachgerechte Bedienung von Ger√§ten k√∂nnen zur Gefahr werden. Die Kommunikation ist erschwert und strengt an. Eine erhebliche innere Unruhe kann hyperaktives Verhalten bewirken. Aggressive und depressive Stimmungen verst√§rken sich und werden h√§ufiger. Wahnvorstellungen sind m√∂glich.

3. Schwere Alzheimer-Demenz

Im fortgeschrittenen Krankheits-Stadium gehen geistige F√§higkeiten umfassend verloren. Das Sprechen vollst√§ndiger S√§tze ist nicht mehr m√∂glich. Die Mobilit√§t des Patienten ist stark eingeschr√§nkt. Hilfsmittel wie ein Rollstuhl sind in vielen F√§llen zur Fortbewegung erforderlich. Die Bettl√§gerigkeit nimmt zu. Die Ausscheidung von Stuhl und Urin ist nicht mehr kontrolliert m√∂glich. Versteifende Gliedma√üen, Krampfanf√§lle und Schluckbeschwerden k√∂nnen auftreten. Ein geschw√§chtes Immunsystem macht den K√∂rper anf√§lliger f√ľr Infekte. Die gesundheitliche Verfassung schr√§nkt die Lebensqualit√§t des Erkrankten stark ein und sorgt f√ľr Gefahren. Der Erkrankt ben√∂tigt eine intensive Hilfe und Betreuung.

Spätestens in der zweiten und dritten Krankheitsphase sollte eine Betreuungsvollmacht vorhanden sein.

Ursachen und Risikofaktoren

Eher selten bilden Erbfaktoren die Ursache f√ľr die Entstehung einer Alzheimer-Demenz. In diesen F√§llen spielt der Verwandtschaftsgrad eine wichtige Rolle. Im bundesweiten Durchschnitt erh√∂ht sich das Erkrankungsrisiko f√ľr einen Verwandten ersten Grades um das Vierfache. F√ľr Verwandte zweiten Grades verdoppelt sich das Risiko einer Erkrankung. Treten im engeren Verwandtschaftskreis mehrere Erkrankungen auf, steigt das Risiko weiter an. Haupts√§chlich l√∂sen altersbedingte Ver√§nderungen die Erkrankung aus. Als Risikofaktoren gelten:

‚ÄĘ Umwelteinfl√ľsse

‚ÄĘ mangelnde Bewegung

‚ÄĘ dauerhaft erh√∂hter Blutdruck

‚ÄĘ Genussgifte

‚ÄĘ Diabetes mellitus Typ 2

‚ÄĘ Oxidativer Stress

‚ÄĘ √úbergewicht

‚ÄĘ H√§ufiger Schlafmangel

‚ÄĘ Erh√∂hter Cholesterinspiegel

‚ÄĘ Arteriosklerose

‚ÄĘ Depressionen

Diagnose zur Feststellung einer Altersdemenz

Bei der Erhebung der Anamnese (gesundheitlichen Vorgeschichte) werden durch den behandelnden Arzt bisherige Auff√§lligkeiten und Beschwerden festgestellt. Neben der Befragung des Erkrankten werden die Beobachtungen von Angeh√∂rigen und sonst nahestehenden Menschen erfasst und bewertet. F√ľr die Diagnose einer Altersdemenz m√ľssen die typischen Anzeichen mindestens 6 Monate lang aufgetreten sein. Der durch die gesch√§digten Nervenzellen verursachte Hirnschrumpfungsprozess kann in den fortgeschrittenen Krankheitsstadien durch bildgebende Verfahren dargestellt werden. Ebenso k√∂nnen die typischen Eiwei√üablagerungen nachgewiesen werden. Durch eine gr√ľndliche Diagnose kann au√üerdem eine Abgrenzung zu einer m√∂glichen anderen Erkrankung wie eine Depression festgestellt werden.

Wie hoch ist die Lebenserwartung f√ľr demenziell ver√§nderte Menschen?

Eine allgemeine, verlässliche Prognose zur Lebenserwartung demenzkranker Menschen ist kaum möglich. Das hängt mit den zahlreichen Einflussfaktoren und individuellen Krankheitsverläufen zusammen. Die Erkrankung beginnt hauptsächlich erst im Alter. Der allgemeine Gesundheitszustand der davon betroffenen Menschen kann sehr unterschiedlich sein. Häufig liegen bereits andere Grunderkrankungen vor. Außerdem spielt es eine Rolle, welche Demenzform vorliegt. Von Bedeutung ist ebenso das Tempo der Krankheitsentwicklung durch die einzelnen Stadien. Ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung erhöht Risiken wie Sturzgefahr oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem kommt es auf die jeweilige Pflegequalität und Nutzung therapeutischer Möglichkeiten an.

Ratschl√§ge f√ľr Betroffene nach der Feststellung einer Alzheimer-Erkrankung

Wer von einer Alzheimer-Demenz betroffen ist, muss sich m√∂glichst fr√ľhzeitig auf die neue Lebenssituation einstellen k√∂nnen. Zun√§chst sind die Denk- und Urteilsf√§higkeit des Betroffenen nur wenig eingeschr√§nkt. Nach der √§rztlichen Diagnose sollte sich der Erkrankte umfassend √ľber den Krankheitsverlauf und die Ver√§nderungen seiner geistigen F√§higkeiten informieren. Dies gilt ebenso f√ľr Lebenspartner und die n√§chsten Angeh√∂rigen. Im vertrauten Kreis sollten √Ąngste und W√ľnsche des Erkrankten besprochen werden. Geplante Reisen sollten innerhalb der ersten Krankheitsphase realisiert werden.

Durch st√§ndigen Zuspruch und die Unterst√ľtzung im Alltag durch nahestehende Menschen kann einer Passivit√§t und Resignation des Betroffenen entgegengesteuert werden. Dazu kann auch die Planung einer Tagesstruktur beitragen. Eintragungen von Terminen sch√ľtzen nicht nur vor dem Vergessen, sie k√∂nnen auch motivierende Perspektiven sein. Die Beibehaltung bew√§hrter Gewohnheiten verleihen Sicherheit und Vertrautheit. Kleine praktische Hinweise k√∂nnen verhindern, dass Vergesslichkeit zur Gefahr wird. Hierzu z√§hlen schriftliche Erinnerungshilfen an geeigneten Stellen wie ‚ÄěOfen aus?‚Äú oder ‚ÄěHaus nicht ohne Schl√ľssel verlassen‚Äú. Um bestehende soziale Kontakte zu bewahren, ist der offene Umgang mit der Erkrankung alternativlos. Durch ein besseres Situationsverst√§ndnis k√∂nnen √ľberfl√ľssige Missverst√§ndnisse, Spekulationen und Peinlichkeiten vermieden werden. Erfahrungsgem√§√ü sind die Reaktionen auf den offenen Umgang mit der Erkrankung √ľberwiegend verst√§ndnisvoll und ermutigend.

Pflege und Betreuung im Rahmen einer häuslichen Pflege

Eine hohe Anzahl von Menschen mit einer Demenzerkrankung wird in h√§uslicher Pflege betreut. Dadurch k√∂nnen wesentliche emotionale und soziale Bindungen f√ľr die Erkrankten so lange wie m√∂glich aufrechterhalten bleiben. Die N√§he zu lieb gewonnenen Menschen und die Beibehaltung des vertrauten Umfelds sind wichtige Faktoren f√ľr die Lebensqualit√§t des Pflegebed√ľrftigen. Dadurch kann in zahlreichen F√§llen ein belastender und teurer Wechsel in eine Pflegeeinrichtung verhindert werden.

Eine Demenzbetreuung erfordert ein hohes Ma√ü an Verst√§ndnis und Geduld bei Pflegekr√§ften. Die bedingungslose R√ľcksichtnahme bei Fehlverhalten des Erkrankten ist eine Voraussetzung f√ľr den n√∂tigen Zugang zum Betroffenen. Kritik und Vorw√ľrfe wirken kontraproduktiv und verursachen Vertrauensverluste, √Ąngste und Verstimmungen. Ein liebevolles Wort an den Patienten kann durch passende Mimik und Gestik verst√§rkt werden. Das Zeigen von Bildern und Gegenst√§nden lockert ein Gespr√§ch auf. Durch den fortschreitenden Krankheitsverlauf ist aus Sicherheitsgr√ľnden und zur Sicherstellung der Pflegequalit√§t eine 24-Stunden-Betreuung erforderlich. Der Aufwand an Pflege und Betreuung sowie Ma√ünahmen zur hauswirtschaftlichen Versorgung verst√§rkt sich mit der Zeit durch krankheitsbedingte Verhaltens- und Pers√∂nlichkeitsver√§nderungen beim Betroffenen. Den physischen und psychische Belastungen sind pflegende Angeh√∂rige oftmals nicht mehr gewachsen. Eine 24-Stunden-Betreuung ist f√ľr pflegende Angeh√∂rige, die noch berufst√§tig sind, unm√∂glich.

Professionelle Hilfe k√∂nnen ambulante Pflegedienste in den F√§llen leisten, in denen pflegende Angeh√∂rige Unterst√ľtzung ben√∂tigen. Professionelle Pflegekr√§fte sind im Umgang mit pflegebed√ľrftigen Menschen und Demenzerkrankungen geschult. Sie k√∂nnen zur Entlastung von Angeh√∂rigen ganz oder teilweise die pflegerischen Aufgaben bei demenzkranken Menschen √ľbernehmen. Ist eine h√§usliche Pflege von demenzkranken Menschen aus irgendwelchen Gr√ľnden nicht mehr m√∂glich, bestehen Alternativen wie Pflegeeinrichtungen und betreutes Wohnen.

Unterst√ľtzungsm√∂glichkeiten f√ľr pflegende Angeh√∂rige

Zahlreiche Angeh√∂rige k√ľmmern sich aufopferungsvoll um die Versorgung pflegebed√ľrftiger Menschen, die von einer Demenzerkrankung betroffen sind. Dadurch geraten sie h√§ufig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Um einen kompletten Ausfall als Pflege- und Betreuungskraft zu verhindern, kann ein ambulanter Pflegedienst nach Absprache viele Aufgaben √ľbernehmen. Beim Vorliegen einer Pflegestufe k√∂nnen diese Kosten als sogenannte Sachleistungen direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Bei einer teilweisen Aufgaben√ľbernahme k√∂nnen unter Fortzahlung eines Pflegegeldanteils auch Kombinationsleistungen unter Ber√ľcksichtigung der Obergrenzen-Regelung gew√§hrt werden.

Um eine Fortsetzung der h√§uslichen Pflege bei einem pl√∂tzlichen Ausfall der Pflegekraft sicherzustellen, kann ein Pflegedienst ebenso im Rahmen einer Verhinderungspflege engagiert werden. Angeh√∂rige k√∂nnen sich bei der Pflegekasse oder einem Pflegedienst zur richtigen Durchf√ľhrung der Pflege umfassend beraten lassen. Au√üerdem bietet die Pflegekasse spezielle Kurse f√ľr Angeh√∂rige und Info-Seminare an. Praktische Hinweise k√∂nnen zus√§tzlich in Selbsthilfegruppen in Erfahrung gebracht werden. In gr√∂√üeren St√§dten sind spezialisierte Ged√§chtnis-Sprechstunden und Ged√§chtnis-Ambulanzen eingerichtet.

Behandlungs- und Vorsorgemöglichkeiten

Die Behandlung von nicht heilbaren Demenzerkrankungen ist darauf ausgerichtet, die zur Alltagsbew√§ltigung notwendigen F√§higkeiten m√∂glichst lange zu erhalten. Die Lebens- und Versorgungsqualit√§t des Betroffenen kann durch Angeh√∂rige und Pflegedienste bestm√∂glich gew√§hrleistet werden. Das Therapieziel kann durch spezielle Medikamente unterst√ľtzt werden. Dadurch soll der Krankheitsverlauf verlangsamt und gesundheitliche Folgebeschwerden wie Schlafst√∂rungen oder Unruhe vermieden werden.

Die Animierung des Erkrankten zu geistigen und k√∂rperlichen Aktivit√§ten ist ebenso ein wichtiger Therapiebestandteil. Durch eine Ged√§chtnis- und Erinnerungstherapie k√∂nnen Merkf√§higkeit, Denkverm√∂gen und Ged√§chtnis sowie die Konzentrationsf√§higkeit trainiert werden. Freundliche, gef√ľhlsbetonte Musik spricht Patienten oftmals besonders an. Die Wahrnehmung von Musik in Gruppen bietet eine hervorragende Gelegenheit f√ľr soziale Kontakte. Verhaltenstherapeutische Ma√ünahmen mit Belohnungstechniken dienen dem Erhalt der Selbstst√§ndigkeit beim Ankleiden und der K√∂rperpflege. Das Erlernen einfacher Probleml√∂sungen kann bei der Alltagsbew√§ltigung helfen. Das Animieren und die Unterst√ľtzung bei leichten Gymnastik-√úbungen stabilisieren Koordination, Kraft und Ausdauer. Damit kann die Bewegungssicherheit verbessert und die Sturzgefahr verringert werden. Positive Erinnerungen durch Fotos und Bilder k√∂nnen zur Stimmungsverbesserung des Patienten beitragen.

Ein regelm√§√üiger Austausch mit dem behandelnden Arzt ist f√ľr den gesamten Pflege- und Betreuungsprozess hilfreich. Dadurch k√∂nnen Ver√§nderungen der Pflegequalit√§t, √úberforderungen des Patienten und der Pflegekr√§fte fr√ľhzeitig erkannt werden. Dies gilt insbesondere f√ľr das fortgeschrittene Krankheitsstadium. Einige Verhaltensweisen und Einstellungen k√∂nnen als allgemein vorbeugende Ma√ünahmen der Entwicklung einer Alzheimer-Demenz-Erkrankung entgegenwirken. Dazu z√§hlen:

‚ÄĘ Gesunde, ausgewogene Ern√§hrung

‚ÄĘ Ausreichende k√∂rperliche Bewegung

‚ÄĘ Geistige Aktivit√§ten

‚ÄĘ Vermeidung von √úbergewicht

‚ÄĘ Meidung von Genussgiften

‚ÄĘ Positive Lebenseinstellung

‚ÄĘ Vermeidung/Reduzierung von Stress

‚ÄĘ Regelm√§√üige Vorsorgeuntersuchungen

‚ÄĘ Soziale Kontakte

‚ÄĘ Rechtzeitige Behandlung von Bluthochdruck und √ľberh√∂hten Cholesterinwerten

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