Animiertes Herz in der Farbe Lila | Pflegedienst Spengel

Wie beantrage ich einen Pflegegrad?

Die f√ľnf Pflegegrade wurden im Rahmen des Zweiten Pflegest√§rkungsgesetz im Jahr 2016 neu definiert und ersetzen die bisher geltenden drei Pflegestufen. Um im Pflegefall die ben√∂tigten Leistungen der Pflegekasse zu erhalten, muss weiterhin zuerst ein Pflegegrad beantragt werden. Der Antrag sollte schnellstm√∂glich gestellt werden, da der Leistungsanspruch bereits ab dem Tag der Antragstellung beginnt.

Im folgenden Blogbeitrag finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Voraussetzungen und der Beantragung eine Pflegegrades.

Was wird eigentlich unter Pflegebed√ľrftigkeit verstanden?

Laut ¬ß 14 SGB XI gilt folgende Definition, wann ein Mensch per Gesetz als pflegebed√ľrftig gilt:

‚ÄěPflegebed√ľrftig (‚Ķ) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeintr√§chtigungen der Selbstst√§ndigkeit oder der F√§higkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bed√ľrfen. Es muss sich um Personen handeln, die k√∂rperliche, kognitive oder psychische Beeintr√§chtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbst√§ndig kompensieren oder bew√§ltigen k√∂nnen. Die Pflegebed√ľrftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich f√ľr mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in ¬ß 15 festgelegten Schwere bestehen.‚Äú

Wann sollte der Antrag auf Pflegeleistungen gestellt werden?

Pflegebed√ľrftigkeit kann pl√∂tzlich auftreten, z.B. nach einem Schlaganfall. In der Regel stellt Pflegebed√ľrftigkeit jedoch einen schleichenden Prozess dar. Sobald Sie feststellen, dass Sie oder Ihr Angeh√∂riger regelm√§√üig Hilfe ben√∂tigt, um den Alltag zu Hause zu meistern, sollten Sie einen Antrag auf¬†Pflegeleistungen¬†stellen, um Unterst√ľtzung durch einen¬†ambulanten Pflegedienst¬†zu erhalten.

Empfehlenswert ist den Antrag so fr√ľh wie m√∂glich zu stellen, denn entscheidend ist das Datum der Antragstellung und nicht das Datum des Eintritts der Pflegebed√ľrftigkeit. Konkret hei√üt das, wenn Sie ab Mai pflegebed√ľrftig sind, den Antrag jedoch erst im Oktober stellen, dann erhalten Sie auch erst ab Anfang Oktober Geld.

Welche Voraussetzungen m√ľssen gew√§hrleistet sein um Pflegeleistungen zu beantragen?

Es muss gew√§hrleistet sein, dass die pflegebed√ľrftige Person mindestens zwei Jahre lang innerhalb der vergangenen 10 Jahre in die soziale Pflegeversicherung eingezahlt hat, um einen Anspruch auf¬†Pflegeleistungen¬†zu erhalten. Dabei ist es egal, ob man in die gesetzliche Pflegekasse oder bspw. als Beamter in eine private Pflichtversicherung eingezahlt hat. Bei pflegebed√ľrftigen Kindern muss entsprechend mindestens ein Elternteil eingezahlt haben.

Wo und wie beantrage ich einen Pflegegrad?

Grunds√§tzlich ist die Pflegekasse f√ľr die Bearbeitung des Antrags auf¬†Pflegeleistungen¬†zust√§ndig. Diese sind jeweils bei den unterschiedlichen Krankenkassen angesiedelt. Der Antrag sollte am besten von der betroffenen Person selber ausgef√ľllt werden. Falls diese Person dazu jedoch nicht in der Lage ist, kann auch ein Bevollm√§chtigter oder Betreuer den Antrag auf einen Pflegegrad stellen. Eine Kopie der Vollmacht oder des Betreuerausweises muss bei der Antragstellung beigelegt werden.

  • Pflegegrad schriftlich beantragen

Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es empfehlenswert, Ihren Pflegegrad schriftlich zu beantragen. Es gen√ľgt einen formlosen Antrag auf¬†Pflegeleistungen¬†bei Ihrer Krankenkasse einzureichen.

TIPP: Geben Sie bei dem Antrag nur die n√∂tigsten Angaben an und gehen Sie bez√ľglich des Pflegebedarfs noch nicht ins Detail!

  • Pflegegrad beim Pflegest√ľtzpunkt beantragen

Es besteht ebenfalls die M√∂glichkeit alleine oder zusammen mit Ihrem Angeh√∂rigen einen Pflegest√ľtzpunkt aufzusuchen, sich dort vor Ort beraten zu lassen und gemeinsam einen Antrag auf¬†Pflegeleistungen¬†zu stellen.

  • Pflegegrad telefonisch beantragen

Sie haben ebenfalls die Option bei der Pflegekasse anzurufen. Nach Ihrem Gespr√§ch erhalten Sie ein Formular, welches Sie ausgef√ľllt und unterschrieben zur√ľck an die Pflegekasse schicken m√ľssen.

Wie geht es jetzt weiter?

Ein Gutachter des medizinischen Dienstes, kurz MDK, wird sich bei gesetzlich Versicherten und MEDICPROOF bei privat Versicherten ank√ľndigen, um einen Termin mit dem Antragsteller zu vereinbaren, damit er sich pers√∂nlich ein Bild von der Pflegebed√ľrftigkeit machen kann.

TIPP: Notieren Sie sich am besten im Vorfeld, bei welchen alltäglichen Aufgaben Sie oder Ihr Angehöriger Hilfe von einem ambulanten Pflegedienst benötigt, damit Sie diese während des Besuchs nennen können.

Nach dem Besuch des Gutachters erh√§lt der Antragsteller den Bescheid √ľber die Genehmigung oder Ablehnung des Pflegegrades.

Wenn Ihr Antrag auf einen Pflegegrad abgelehnt wurde oder ein geringerer Pflegegrad anerkannt worden ist, haben Sie einen Monat lang Zeit Widerspruch gegen die Entscheidung der Pflegekasse einzulegen.

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