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Dekubitus

Dekubitus wird im allgemeinen Volksmund auch als Wundliegen bezeichnet und ist vor allem ein Problem in der Pflege. Allein in Deutschland entwickeln fast 400.000 Menschen jährlich einen Dekubitus, so ist beinahe jeder dritte Patient in der ambulanten Pflege oder sogar jeder zweite Bewohner in einem Pflegeheim davon betroffen.

Was ist Dekubitus?

Ein Dekubitus, umgangssprachlich auch als „Wundliegen“ bezeichnet, ist eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Er entsteht durch länger anhaltenden Druck oder Druck in Kombination mit Scherkräften, wodurch die Durchblutung des betroffenen Gewebes vermindert wird.

Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, zum Beispiel bei Bettlägerigkeit oder dauerhafter Nutzung eines Rollstuhls.

Ursachen – Wie entsteht Dekubitus?

Grundsätzlich kann ein Dekubitus an jeder Körperstelle entstehen. Besonders gefährdet sind jedoch Körperstellen, welche eine sehr dünne Fettschicht zwischen Haut und Knochen aufweisen. Dazu zählen unter anderem Fersen, die Region oberhalb des Steißbeines oder der Hinterkopf.

Viele Faktoren können die Ursache zur Entstehung von Dekubitus sein. Die wichtigsten Faktoren sind:

  1. Druck (anhaltender Auflagedruck)

  2. Druckdauer (wie lange der Druck einwirkt)

  3. Scherkräfte (z. B. Rutschen im Bett)

  4. Individuelle Risikofaktoren wie Inkontinenz, Mangelernährung, Durchblutungsstörungen oder eingeschränkte Sensibilität

Möglichkeiten zur Vorbeugung

  • Regelmäßige Lage- und Positionswechsel nach individuellem Pflegeplan

  • Tägliche Hautbeobachtung und frühzeitige Entlastung bei Rötungen

  • Einsatz geeigneter Hilfsmittel wie Lagerungskissen oder druckentlastender Matratzen

  • Hautpflege angepasst an den Hautzustand (nicht überpflegend)

  • Ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr

Grade/ Stadien von Dekubitus

Früher wurde ein Dekubitus in vier unterschiedliche Stadien eingeteilt, inzwischen teilt man den Grad der Ausschreitung in vier unterschiedliche Kategorien ein.

  • Dekubitus Kategorie 1: Gerötete Hautstelle, die sich beim Fingertest als nicht wegdrückbar erweist
  • Dekubitus Kategorie 2: Teilverlust der Haut, z. B. Blase oder oberflächliche Wunde
  • Dekubitus Kategorie 3: Vollständiger Hautverlust mit sichtbarem Unterhautschaden
  • Dekubitus Kategorie 4: Tiefe Gewebeschädigung mit freiliegenden Muskeln, Sehnen oder Knochen

Wundversorgung bei Dekubitus

Jeder Dekubitus ist eine Wunde und muss daher zwingend behandelt werden. Die Wundversorgung bei Dekubitus ist jedoch ein sehr komplexer Prozess, da die Heilung nur sehr langsam fortschreitet. Unabhängig von dem Ausmaß des Dekubitus müssen folgende Schritte durch eine Pflegefachkraft oder einen Arzt befolgt werden:

  • Entfernung abgestorbenen Gewebes

  • Infektionsprophylaxe und -behandlung

  • Feuchte, phasengerechte Wundversorgung

  • Konsequente Druckentlastung

Dekubitus-Fingertest

Nicht jede Rötung ist ein Dekubitus, aber jeder Dekubitus beginnt mit einer Rötung! Deshalb ist der Dekubitus-Fingertest so wichtig.

So funktioniert der Fingertest:
Drücken Sie einige Sekunden mit dem Finger auf die gerötete Hautstelle.

  • Verschwindet die Rötung kurzzeitig, handelt es sich meist um eine harmlose Durchblutungsreaktion.

  • Bleibt die Rötung bestehen, besteht der Verdacht auf einen Dekubitus der Kategorie 1 und die Stelle sollte sofort entlastet und beobachtet werden.

Pflegeratgeber Dekubitus-Fingertest - Übersicht Reaktionen und vermutlichem Ergebnis | Pflegedienst Spengel

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